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Jedes Jahr im Rahmen des Heimattages der Siebenbürger Sachsen findet eine Veranstaltung an dieser Gedenkstätte statt. Die Veranstaltung wird eingeleitet durch einen Fackelzug der sich vor der Schranne auf dem Weinmarkt aufstellt. Vorne weg marschiert die Dinkelsbühler Knabenkappelle die mit schmetterndem Spiel die Leute musikalisch dazu „animieren“ soll mit zu der Gedenkstätte zu marschieren. Rechts und Links wird der Zug durch die Fackelträger flankiert. Besonders beeindruckend ist es, wenn dieser Fackelzug durchs „Segringer Tor“ kommt und auf die Lindenallee zukommt, wo die Gedenkstätte errichtet ist.

Die Feier beginnt mit einem Lied, „Des guten Kameraden“ und wird durch eine Rede fortgesetzt und zum Schluss wird der große Zapfenstreich gespielt, der mit dem „Deutschlandlied“ endet.

Anlässlich dieser Feier legen viele Heimatortsgemeinschaften einen Kranz für ihre im Krieg verstorbenen Landsleute an der Gedenkstätte nieder. Der Vorstand der HOG-Hahnbach e.V. stimmte dem von Hermann Gräf eingebrachten Vorschlag zu, sich auch  an diesem Vorgehen zu beteiligen, da leider auch die Bevölkerung von Hahnbach in den Kriegsjahren und Nachkriegsjahren auch etliche Tote zu beklagen hatte.

 Am Pfingstsonntagnachmittag wollte ich mir diese Gedenkstätte genauer anschauen. Ich war überrascht von der hohen Anzahl der dort niedergelegten Kränze. Ich ging die Kränze alle durch und lass die verschiedenen Aufdrucke auf den Kranzschleifen der Gedenksttte_HahnbachGemeinden aus Siebenbürgen. Als ich plötzlich den Kranz mit der Aufdruck “In Ehren all unserer Toten – HOG Hahnbach“ auf der Kranzschleife entdeckte, fühlte ich mich plötzlich diesem Ort, dieser Gedenkstätte sehr verbunden. Auch ich hatte meinen Opa im Krieg verloren. Ich erinnerte mich an die Geschichten die meine Sofiatante, die Schwester meines Opas, mir an so manchen kalten Winterabenden, am knisternden Feuer erzählte. Die Fotos die sie mir von meinem Opa als stolzer Soldat oder als Musiker in der Hahnbacher Blaskappelle zeigte, waren plötzlich wieder da. Als Kind sah ich häufig die Kinder aus der Nachbarschaft, wie sie mit Ihrem Opa auf der Bank vor dem Haus saßen und dieser Ihnen Geschichten erzählte.

 Wie sehr wünschte ich mir zu dieser Zeit auch einen Opa…

Das Schicksal sollte es anders meinen mit mir und mit anderen Kindern, Müttern und Familien. Leider viel zu viele Landsleute aus Hahnbach mussten diesen Schicksal auch miterleben.

Traurig aber zufrieden, verließ ich diesen Ort des Gedenkens. Es war das erste Mal in meinem Leben, an dem ich ganz bewusst  und mit großer Dankbarkeit, an meinen im Krieg verstorbenen Opa Georg Gross, gedacht hatte. Ich wünsche mir und hoffe, dass es in der Welt ewigen Frieden geben wird und dass solche Gedenkstätten keine Begründung für die Zukunft mehr haben! An dieser Stelle möchte ich Herrn Hermann Gräf ganz herzlich für die Initiative und die Umsetzung dieses Vorhabens im Namen aller Hahnbacher danken!

20.06.2010, Georg Lederer

 
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