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Ansprache von Georg Lederer, anlässlich des Hahnbacher Festes, am 9. August 2014 im Kirchenhof in Hahnbach-Siebenbürgen

 

Liebe Gäste, liebe Freunde, liebe Hahnbacher,

ich begrüße Sie alle recht herzlich! Es freut mich dass es so vielen gelungen ist hier zu sein.

Was für ein schöner Tag!!! Ich weiß nicht wie es Ihnen geht liebe Gäste, aber für mich ist das was wir heute erleben, wie ein Traum den ich schon oft geträumt habe.

Einmal noch durch unser Dorf die Gassen rauf und runter gehen, in unserem Kirchenhof mit so vielen Freunden zu sitzen, die Heimatglocken läuten zu hören und noch einmal an einem Gottesdienst in unser Hahnbacher Kirche teil-zunehmen, das ist wirklich eine sehr schöne Sache die wir alle so schnell nicht vergessen werden, da bin ich mir ganz sicher!

Wir haben soeben am Gottesdienst in unserer Kirche teilgenommen. Sehr geehrter Herr Pfarrer Untch, ich danke Ihnen ganz herzlich, dass Sie uns heute mit Ihrer schönen Andacht erfreut haben. Ich denke dass bei so manchem von uns Erinnerungen an die zusammenverbrachte Zeit und die andachtsvollen Gottesdienste, wach geworden sind.

Weiter möchte ich Herrn Pfarrer Galter danken, für seine Hilfe, damit wir unser Bemühen in die Tat umsetzen konnten, so dass der Altar und Taufbecken wieder an Ihrem Platz stehen!

Neben der Unterstützung durch Herrn Pfarrer Galter und den Kirchenbezirk Hermannstadt, möchte ich mich hier vor unserer Kirche auch noch ausdrücklich bei denen bedanken, die für den Erhalt der Kirche und des Friedhofs gespendet haben. Nur durch Ihre Spenden waren wir gemeinsam in der Lage das Turm- und Kirchendach zu renovieren und damit die Voraussetzung zu schaffen, dass der Altar wieder an dem Ort steht, wo er auch hingehört.

Ganz besonders möchte ich aber an dieser Stelle unseren Landsmann Reinhard Kaun hervorheben, weil ohne seinen persönlichen Einsatz hier vor Ort, wäre dies nicht möglich gewesen, daher gebührt ihm unser Dank und Anerkennung!

Liebe Hahnbacher ihr wisst ich bin oft wie ein Bettler vor Euch gestanden und habe um Spenden sowohl für die Kirche als auch für den Friedhof gebeten. Ich kann es nicht lassen, auch hier von dieser Stelle bitte ich Euch, denkt daran, nur mit Ihrer Hilfe können wir hier weitermachen.

Ich denke jeder im Kirchenhof kann sehen, dass das gespendete Geld seinen Zweck erfüllt hat und dass es sich lohnt, gemeinsam etwas zu bewegen im Sinne unser Tradition und Zusammenhaltes und gegen das Vergessen!

Liebe Freunde mir persönlich war es ein Herzenswunsch, heute hier in unserem Kirchenhof eine Blaskapelle spielen zu hören, so wie früher unsere Adjuvanten bei manchem Fest. Ich habe gesucht und in Österreich unsere Freunde aus Traun gefunden, die uns heute mit Ihrer Musik erfreuen werden. Lieber Herr Lindert für Ihre Zusage hier zu spielen, bedanke ich mich ganz herzlich, Sie bereichern unser Fest mit Ihren Klängen sehr!

Wenn wir hier gemeinsam im Kirchenhof sitzen, so werden sich die meisten an unsere schönen Kronenfeste erinnern. Hier trafen wir uns zum Peter und Paulstag jedes Jahr zum Kronenfest und bewunderten die Tänze und Trachten unserer Jugend. Es wurden die traditionellen Lieder mit Begleitung der Blasmusik gesungen. Diesem Brauch wollen wir auch heute weiterführen und ich bitte Sie in Anschluss meiner Ansprache zusammen die ausgelegten vier Lieder zu singen.

Die Bewohner unseres Dorfes Hahnbach waren fleißig und Gastfreundlich, sie waren sang und tanzfreudig und verstanden es gemeinsam zu feiern. Trotz aller Kriege und wirtschaftlich schweren Zeiten, standen die Bewohner zusammen und hielten an Ihrer Kirche und Traditionen fest.

Der Zerfall unserer Gemeinschaft in Hahnbach begann im Jahr 1943 als 126 Männer in den Krieg zogen. Hier an dieser Stelle wurden sie verabschiedet und mein Großvater sagte damals in seiner Ansprache die Worte „ Wenn Freunde auseinandergehen, dann sagen sie auf Wiedersehen, aber wer weiß für wieviel von uns das gilt“ Er sollte Recht haben, viele von Ihnen kamen aus dem Krieg nicht mehr zurück, mein Großvater auch nicht. Die sächsische Bevölkerung sank immer mehr unter den gegebenen Umständen der Nachkriegszeit und in Folge der Auswanderungen nach Deutschland. Heute sind noch 4 Sächsische Seelen in Hahnbach daheim.

Wir sind alle weggezogen doch wir kehren immer wieder gerne zurück, die Verbundenheit ist geblieben. Unsere Kirche und Friedhof und die vielen Erinnerungen an die Kindheit und Jugendzeit, das einmalige Gesellschaftsleben, eingebunden in unsere Sitten und Bräuche, lassen in uns diese starke Heimatverbundenheit aufkommen und dieser Zusammenhalt macht uns für die Zukunft stark und gibt uns in schwierigen Zeiten Halt.

Danken möchte ich allen die uns hilfreich zur Seite stehen, bei der Organisation dieses Treffens, besonders Herrn Wilhelm Tartler, der im Pfarrhaus wohnt.

Ich wünsche uns allen einen schönen und gemütlichen Tag hier zusammen im Kirchenhof, den wir sicher nicht so schnell vergessen werden.

Ihr Georg Lederer